Spittal an der Drau, 30.5.2018

Die Aufgabenstellung

Zwei verschiedene Aufgaben mit einem kleinen Unterschied im Schwierigkeitsgrad, je nach dem Ausbildungsstand der Lehrlinge, wurden von Holzbaumeister Erich Dullnig zusammengestellt. Zum Zeitpunkt des Wettbewerbs war ein Lehrgang des dritten Ausbildungsjahres gerade abgeschlossen und ein anderer erst am Beginn des dritten Lehrjahres.
Auszuarbeiten war jeweils ein Teil eines Dachstuhls, der zwei ums Eck gehende Dachflächen beinhaltet; man spricht dabei von Haupt- und Walmdachfläche. Im leichteren Beispiel waren die Flächen gleich geneigt, im schwierigeren waren die Dachflächen unterschiedliche geneigt und die Fuß- und Firstpfette lagen nicht direkt unter der Gratlinie.
Der Wettbewerb gilt auch als Ausscheidung zur Entsendung an den Bundeslehrlingswettbewerb, der diesmal schon am 15. und 16. Juni 2018 in Wien ausgetragen wird. Den Betreuern, Holzbaumeisterin Ing. Ulrike Kavalar-Kofler und Holzbaumeister Erich Dullnig bleiben lediglich zwei Wochenenden um mit den drei Erstplatzierten für den Bundesbewerb trainieren zu können. Allemal eine sehr sportliche Aufgabe!

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Die Teilnehmer und die Jury

Die Motivation stimmt!

Die Menschen zieht es weiter Richtung Stadt. Die „Speckgürtel" werden immer üppiger, Grund und Boden in den Städten immer knapper. Zu viel Boden wurde und wird bereits verbraucht und versiegelt. Darum braucht es in den Zentren dringend eine Nachverdichtung. Und genau hier kommt der Holzbau als Lösung ins Spiel.

Holz ist perfekt für den Aus- und Aufbau: Leicht, hoch tragfähig und ressoucenschonend.

Es ist ein offensichtlicher Gegensatz: Zum einen leer stehende Gebäude in den Zentren unserer Dörfer und Städte – und demgegenüber die überwuchernden Randzonen und „Speckgürtel“. Groß ist daher das Wehklagen, dass die Ortszentren ausgedörrt werden. Aber wie kann man dem entgegenwirken? Ganz „einfach“, indem man Familien auch in den Zentren günstigen Wohnraum zur Verfügung stellt. Eine funktionierende Infrastruktur ist dort schon vorhanden und muss nicht erst teuer errichtet werden. Leer stehende Gebäude können zu modernen Wohnungen umfunktioniert werden. Und wenn gewünscht, können die ebenerdigen Räume mit Geschäften, Bars und Lokalen attraktiver gemacht werden. Dann stehen immer noch zahlreiche leere Dachböden zum Ausbau zur Verfügung. Und falls auch die Dachräume nicht ausreichen sollten, können die Gebäude auch aufgestockt werden.

Genau hier kommt der Baustoff Holz ins Spiel: Denn viele Häuser sind schon älter und nicht für weitere Bauteillasten konstruiert. Holz ist ein leichter und dennoch hoch tragfähiger Baustoff.

Mit außerordentlich guter Wärmedämmung ausgestattete Rahmenelemente in Holz haben nur ein Zehntel des Gewichtes der Massivbauweise und können so konstruiert werden, dass die Lasten der zusätzlichen Geschoße an jenen Stellen abgeleitet werden, wo der Bestand es zulässt und entsprechend tragfähig ist.

Autos können am Dach parken. Warum sollten dort nicht auch Menschen wohnen können?

Planer von Einkaufszentren haben erkannt, dass es günstiger ist die Autos am Dach zu parken als teure Parkflächen unter den Gebäuden zu errichten. Neue Lebensräume für Menschen sollten da ja wohl einen mindestens ebenso großen Stellenwert in der Planung einnehmen können wie für unsere fahrbaren Untersätze. Viele Hallen, Einkaufszentren oder Bürogebäude, sind so gebaut, dass leichte Holztragwerke ohne weiteres aufgesetzt werden können. Holzbauarchitekten, Ingenieure und Holzbaumeister entwickeln dafür individuelle Lösungen, die den Bestand und die dort vorzufindende Infrastruktur nutzen, und auf diesem Wege sehr günstige Wohn-, Büro- und auch Produktionsflächen zu besten Bedingungen schaffen können.

Holz tut uns Menschen gut! Aus langer Tradition.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass man in Räumen aus massiven Holzteilen gesünder lebt. Holz absorbiert schädliche Strahlungen im Mikrowellenbereich, regelt das Raumklima und beeinflusst unser Wohlbefinden und unsere Erholungsfähigkeit.

In Holzräumen wird die Frischluft nicht so schnell verbraucht wie in anderen mit Kunststoffen oder anorganischen Materialien hergestellten Oberflächen und Bauteilen. Menschen können sich in einer positiven Umgebung daher auch länger konzentrieren und ermüden nicht so rasch. Und das hat auch einen guten Grund: Holz ist der älteste gebräuchliche Baustoff. Wir Menschen haben die längste Erfahrung mit Holz und leben deshalb mit unserem liebsten Naturbaustoff auch in einer engen und guten „Beziehung“.

Baustoff Holz überzeugt mit unschlagbarer Öko-Bilanz!

Richtig eingesetzt ist der Baustoff Holz in der Tat ein wahres Universal-Genie. Multifunktional zu verarbeiten – drinnen wie draußen. Wenn man die grundlegenden Konstruktions-Regeln ebenso kennt und beachtet wie die unterschiedlichsten Belastungen im Außenbereich, steht dem Einsatz von Holz im Garten nichts mehr im Wege.

Ganz trocken oder ganz nass: So ist Holz ganz in seinem Element!

Fast jeder, der schon einmal mit Holz zu tun hatte, weiß, dass Holz mit zunehmender Feuchtigkeit nach und nach aufquillt. Und wenn es dauernd feucht ist, wird Holz auch mit der Zeit kaputt. Denn nicht jede Holzart ist auch wirklich gut für den Einsatz im Freien geeignet. Daher ist es umso wichtiger, sich gleich zu Beginn mit den Eigenschaften der unterschiedlichen Holzarten ebenso auseinanderzusetzen wie mit den wesentlichen Konstruktions-Möglichkeiten.

So hat beispielsweise die Buche hervorragende technische Eigenschaften – wenn sie trocken bleibt. Die Zufuhr von Feuchtigkeit lässt sie stark aufquellen. Wenn Sie im Wald einen Holzstapel sehen, bei dem Buchenscheiter in der untersten Reihe liegen und die Erde berühren, werden Sie bemerken, dass diese schon nach einem Jahr damit beginnen, weiße Schimmelpilze anzusetzen.

Eiche und Robinie hingegen verhalten sich ganz anders. Die Robinie bleibt sogar im Erdkontakt lange funktionsfähig. So geben etwa die Hersteller von Kinderspielplätzen, deren Konstruktionen mit dem Holz der Robinie errichtet wurden, eine dreißigjährige Garantie für die Haltbarkeit im Erdkontakt.

Richtig konstruiert: Die Lösung liegt oft im Detail.

Ganz entscheidend ist auch die Art der Anschlüsse in der jeweiligen Konstruktion. Wenn etwa die Verbindungen so gewählt wurden, dass es keine Wassertaschen gibt und eine rasche Austrocknung des Holzes erfolgen kann, so ist das Bauwerk auch nach 50 Jahren noch intakt.

So bringt man einen professionellen Ausbau am besten unter Dach und Fach.

Eigentlich ist es ja der ideale Wohnraum. Der Baugrund ist günstig und ein Dach hat er auch schon. Wozu also noch lange weitersuchen? Womöglich nach einem Bauplatz abseits des Zentrums, der durch seine dezentrale Lage auch noch weiter Kosten verursacht – Stichwort Infrastruktur. Da bietet es doch wesentlich mehr Vorteile, einfach den leer stehenden Dachraum in eine Wohnlandschaft zu verwandeln.

Infrastruktur und Aufschließung sind schon vorhanden.

Jedes Haus benötigt eine ganze Menge von Infrastrukturleitungen. Wasser, Kanal, Strom, usw. Praktischerweise ist das alles beim Ausbau eines Dachbodens schon vorhanden. Die Leitungen müssen nur noch verlängert werden. Gerade für Jungfamilien ist die Finanzierung eines Baugrundes oft eine schwierige Angelegenheit. Da bietet der Dachbodenausbau auch noch eine ganze Reihe von tollen Nebeneffekten.

Das darunterliegende Geschoß wird in einem Zuge mit saniert. Zumindest ist die letzte Decke nicht mehr jene Ebene die zum großen Energieverlust beiträgt. Die dämmende Gebäudehülle wird erweitert, das Dach saniert, eine neue Dämmung auf die Sparren aufgebracht und wenn’s ins Budget passt, wird das Dach auch noch gleich neu gedeckt. So wird auch das Haus wieder für mindestens 50 weitere Jahre „wetterfest“ gemacht. Die vorhandene Holzkonstruktion des Dachstuhls wird gesäubert, gebürstet und eventuell mit Bienenwachs oder einem Pflanzenöl behandelt. Natürlich tragen auch weiße Wandflächen zur hellen, freundlichen Atmosphäre bei. Von der günstigen Gipskartonvariante bis zu hochwertigen Putzoberflächen auf Holzwolle- oder Holzweichfaserplatten gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

Warme Winter und kühle Sommer. So geht das:

Wenn es in einem Raum nahe der Wand oder bei den Fenstern im Winter kalt ist, glauben wir, dass diese Flächen Kälte „ausstrahlen“. Es ist anders. Kalte Oberflächen entziehen uns die Wärme, wir finden es unangenehm in der Nähe solcher Bauteile zu sein, die eine kalte Oberfläche haben. Wir ziehen uns in die „letzte Ecke“ eines Raumes zurück wo wir es uns gemütlich machen. Wenn nun die Oberflächen der Bauteile schon angenehm „warm“ sind, wie es bei Holzoberflächen der Fall ist, fühlen auch wir uns wohl, weil uns keine Wärme mehr entzogen wird. Das Gleiche gilt für die Fenster. Daher ist es auch immer wichtig, eine hochwertige Verglasung einzubauen. So können wir den Wohlfühlbereich der Räume wesentlich vergrößern.

Der Sommer hat andere Rahmenbedingungen. Es soll unterm Dach nicht übermäßig warm werden. Das gelingt uns ganz hervorragend, wenn wir die Gebäudehülle so ausstatten, dass die heiße Luft die dämmenden Schichten nicht durchströmen kann. Unter den Dachziegeln wird es bei intensiver Sonneneinstrahlung sehr heiß. Dort lassen wir die Luft zum Dachfirst strömen, wo sie über eine Entlüftungsöffnung – die „Firstlaterne“ – wieder abgeführt wird. Der darunterliegende gedämmte Dachaufbau hält so die Räume unter dem Dach kühl.

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