Sind Gebäude abgenutzt und entsprechen äußerlich nicht mehr den Anforderungen ihrer Nutzer, so werden meist Wärmedämmverbundsysteme an der Fassade angebracht und im Inneren die mechanisch belasteten Teile wie Böden und Einrichtungsgegenstände erneuert. Die Gebäudeertüchtigung geht über diese Sanierungsweise weit hinaus. Bei der Gebäudeertüchtigung wird der Fassade eine neue vorgefertigte Fassade mit bereits eingebauten Fenstern, neuer Sanitärverrohrung, Stromleitungsnetz und optimaler Dämmung vorgesetzt. Das ermöglich eine Sanierung in kürzester Zeit und mit geringer Beeinträchtigung im Wohnbereich. Der Holzbaumeister ist für diese Sanierungsmethode der perfekte Ansprechpartner. Aber wie das genau funktioniert soll hier näher erklärt werden.

Die Anforderungen an das Gebäude sind gestiegen
Nehmen wir ein Gebäude aus den 1960er Jahren, vielleicht sogar ein Mehrparteienhaus. Bei der Errichtung nahm man was gerade vorrätig war und es musste billigst gebaut werden. Isolierglas gab es noch nicht und die oberste Decke wurde nicht gedämmt. Nach 50 Jahren steht jedes Gebäude zu einer Sanierung an. Wenn schon saniert werden soll, dann gleich richtig!

Mittlerweile hat sich viel geändert. Die Energiekosten zur Heizung sind um vielfaches gestiegen, die Fenster sind undicht und tragen zum erhöhten Heizbedarf bei, die Elektroinstallation muss wegen der vielen Geräte die wir heute nutzen, verstärkt werden, die Eisenrohre der Wasserleitungen „rosten“ vor sich hin, die Dachdeckung wird langsam spröde, und noch einige andere Sachen wollen wir den heutigen Anforderungen und dem Komfort anpassen. Eine „sportliche“ Herausforderung, zumal das alles an eine grobe Großbaustelle erinnert und vor unseren Augen ein ausgehöhlter Rohbau entsteht.

Ein neuer Gebäudetypus soll erreicht werden
Heute haben wir gestiegene Anforderungen. Das Internet begleitet unseren Tageablauf, die Familiengrößen und Lebensgewohnheiten haben sich geändert. Meist steht die Wohnung tagsüber leer, da man der Arbeit nachgeht. Brennstofföfen haben Elektro- oder Gasherden Platz gemacht. Die Wäsche wird öfter als vor fünfzig Jahren gewaschen und wir verbrauchen viel mehr Warmwasser als unsere Großeltern. Und schließlich wollen wir im Winter im T-Shirt vorm Fernseher sitzen, immer frische Luft haben und dennoch so wenige Heizkosten wie möglich berappen. Das alles erfordert auch einen anderen Gebäudetypus.

Neben der Sanierung bestehender Leitungssysteme bedarf es auch einer Erneuerung gut gedämmter Heizleitungen, einer solaren Warmwasseraufbereitung (oder durch eine Erdwärmepumpe, etc.), einer Komfortbelüftung mit Wärmetauscher, schallentkoppelte Abflussleitungen, einer Erneuerung der Elektroleitungen und die Installation von Glasfaserkabeln zur medialen Versorgung via Internet und anderer Medien. Kurzum, aus dem alten Gebäude soll ein multifunktionales Passivhaus mit höchstem Wohnkomfort entstehen.

Moderne, digitale Naturaufnahme, 3-D Planung und disziplinierte Ausführung

Wenn diese Forderung erfüllt werden soll, kann man die Arbeiten an einem bewohnten Gebäude nur von außen durchführen.

Am Anfang aller Arbeiten stehen eine gründliche Planung und davor eine minutiöse Naturaufnahme des Gebäudes. Mit optischen Geräten werden die Fassaden exakt vermessen. Es folgt die Planung der neuen Gebäudehülle unter Einbeziehung aller Haustechniker, Architekten, und der ausführenden Firmen. Von den Planern wird ein virtuelles Modell erstellt, nach diesem die ausführenden Unternehmen all ihre Arbeiten exakt, millimetergenau ausführen.

Vorfertigung der neuen Gebäudehülle unter optimalen Bedingungen.
Während neue Leitungen und Komponenten an der Außenseite des Gebäudes angebracht werden, fertigt man in den Hallen der Holzbaumeister unter optimalen Bedingungen große, gerade noch transportierbare Elemente mit der fertigen Fassade, einer effizienten Wärmedämmung und den Fenstern mit allen Anschlüssen. Die Ausnehmungen für die gleichzeitig am Gebäude montierten Leitungen müssen dabei berücksichtigt sein und die neuen Fenster müssen exakt an jenen Stellen sitzen wo die bestehenden auch positioniert sind.

Natürlich entstehen Eingriffe in die bewohnten Räume. Diese sollen aber auf ein Minimum reduziert sein. Und wenn die neue Gebäudehülle angebracht ist, werden die alten Fenster von innen entfernt.

Somit wurde das Gebäude nicht nur saniert, sondern um einige Komponenten erweitert und ein neuer Gebäudetypus ist hergestellt. Wir sprechen in so einem Fall von einer Gebäudeertüchtigung.

Holz hat als Konstruktionselement die tragende Funktion
Holz ist wegen seines geringen Gewichtes und gleichzeitig hoher Tragfähigkeit prädestiniert für die Vorfertigung großer Baukomponenten. Kräne und Transportmittel sind leistungsstark. Was die Vorfertigungsgröße einschränkt ist das Volumen der Elemente. Daher fertigt man die neue Gebäudehülle in Elementen die gleich über mehrere Geschosse reichen. Die Montagezeiten sind dadurch reduziert und die baulichen Eingriffe auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Auch die Außenanlagen der Wohnbereiche sind von den Baumaßnahmen weniger in Mitleidenschaft gezogen und die Wege von den Produktionsstätten der Holzbaumeister sind kurz. Heimische Arbeitskräfte und heimisches Material sind dabei ebenso wichtig wie die Unabhängigkeit von erdölbasierenden Energieträgern. Für die Künftige Energieversorgung hat man mit so einer Gebäudeertüchtigung vorgesorgt, die Betriebskosten des Gebäudes deutlich reduziert und den Komfort erhöht.

Bestes Know-how macht den lizenzierten Holzbau-Meister zum Experten für den fachgerechten und optimalen Einsatz des Baustoffes Holz. Er ist derjenige, der mit Fachkompetenz beratend zur Seite steht und von der Planung bis zur Fertigstellung „alles aus einer Hand“ erledigt!

Bildtexte:
20081110_Dieselweg_Graz_4_GAP Solution: Bildrechte und Bildquelle © by GAP Solution
Die vorgefertigte, neue Gebäudehülle wird in Elementen angeliefert und montiert. Im Hintergrund ist das Wohngebäude zu sehen, welches auch während der kurzen Bauphase bewohnt blieb.

20090402_Dieselweg_Nachher 2_GAP Solution: Bildrechte und Bildquelle © by GAP Solution
Die neue Gebäudehülle beinhaltet ein für jede Wohneinheit individuelles Lüftungssystem, neue Abwasser und Versorgungsleitungen und neue Fenster.
Linz Makartstraße_05: Bildrechte und Bildquelle © by Arch. Gerhard Kopeinig
Das Gebäude wird an der Außenseite „erneuert“. Neue Versorgungsleitungen sowie ein Komfortlüftungssystem werden an der alten Fassade aufgebracht. Zeitgleich erfolgt die Vorfertigung der neuen Gebäudehülle in der Halle des Holzbaubetriebes.

IMG_3930 flatbuilding linz arch-more austria.jpg: Bildrechte und Bildquelle © by Arch. Gerhard Kopeinig

Das ertüchtigte Gebäude bietet durch die Einhausung der Balkone mehr Platz, dämmt den Schall besser und benötigt nur mehr einen Bruchteil der Betriebsenergie für Heizung, Lüftung und Kühlung.

Umfangreiches Arbeitsprogramm wurde abgearbeitet – toller Aktionsbericht des Innungsmeisters

Der diesjährige Fachgruppentag der Holzbaumeister fand am Freitag, 17. März in der FAST – Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach statt, wo man sich hauptsächlich mit Waldbewirtschaftung und Holzernte beschäftigt. Also an jenem Ort, an dem die Wertschöpfungskette Holz ihren Anfang nimmt. Hausherr Dipl. Ing. Hans Zöscher gab in seiner Begrüßung einen imposanten Leistungsüberblick zu den Tätigkeiten in Ossiach und war mit seinen MitarbeiterInnen ein perfekter Gastgeber.

Landesinnungsmeister Georg Hubmann hieß seine Kolleg-innen willkommen. Ossiachs Bürgermeister Ing. Huber konnte erst am Abend die Gäste aus allen Teilen Kärntens begrüßen, so übernahm dies kurzerhand sein Kollege Bgm. Holzbaumeister Georg Kavalar, von der am Ossiachersee gegenüberliegenden Seite, aus Bodensdorf, der natürlich die Überleitung zum fachlichen Teil der Tagung in wunderbarer Weise bewerkstelligte. Unter den interessierten Ehrengästen war auch Dr. Georg Lamp, Geschäftsführer der Sparte Handwerk in der Wirtschaftskammer Kärnten und Bundesinnungsmeister Ing. Hermann Atzmüller, der sich die Mühe nahm am Vormittag noch an der Wiener Josefifeier anwesend zu sein, um dann im Eilzugstempo nach Ossiach zu kommen.

Mit dem Arbeitsinspektorat im gleichen Boot

Die Arbeitsinspektoren Ing. Kurt Walker und Ing. Gerhard Londer hielten eine rege Diskussion mit den Holzbaumeistern zu vielen aktuellen Vorkommnissen. Dabei wurde festgestellt, daß die Firmenchefs und das Arbeitsinspektorat gleichermaßen an der Gesundheit der Mitarbeiter interessiert sind, zumal ein Mitarbeiterausfall erhebliche Aufwendungen mit sich bringt und die dadurch entstehenden Lücken organisatorisch nur schwer zu handhaben sind. Mit vielen unpraktikablen Gesetzesregelungen sind die Mitarbeiter des Arbeitsinspektorates ebenso unzufrieden wie auch die Unternehmer, welche sich mit vielen Vorschriften drangsaliert und schikaniert fühlen.

Außergewöhnlich im Design und robust in der Benutzung lässt sich Holz auch unter freiem Himmel wunderbar einsetzen. Ein optischer Blickfang, der mit der Natur im Reinen ist.  

Kaum ein Material ist wohl so vielseitig wie der Baustoff aus unseren heimischen Wäldern. Denn so wie die Bäume den Temperaturschwankungen und Widrigkeiten des Wetters trotzen, so kommt Holz auch in verarbeiteter Form mit diesen schwierigen Anforderungen zurecht. „Dank moderner Methoden und Technologien kann man Holz heute weitgehend auf natürliche Art schützen, sodass es extrem robust und wetterbeständig ist“, sagt Ing. Fritz Klaura, Innungsmeister Stv. der Holzbau-Meister in Kärnten.Neben den optischen Gesichtspunkten – Holz strahlt ein sehr wohnliches und gemütliches Bild aus – besticht das Material auch noch mit anderen positiven Eigenschaften. „Zum Beispiel heizt sich ein Terrassenboden in der Sonne nicht so extrem auf“, erläutert Innungsmeister Georg Hubmann, „sondern verfügt auch an heißen Tagen noch über eine angenehme Oberflächentemperatur, wo man auch ohne Weiteres barfuß laufen kann.“

Vielseitig einsetzbar

Das alleine erklärt schon die Beliebtheit von Holz beim Bau von Boots- und Schwimmstegen, Liegeflächen zum Sonnen oder (großzügigen) Einfassungen von Swimmingpools oder Schwimmteichen bzw. Lauben oder Pergolen im Outdoor-Bereich. „Zusammen mit der Kreativität der Planung und der jeweils am besten geeigneten Holzart lassen sich da wirklich beeindruckende Konstruktionen verwirklichen“, versichert Hubmann und weist darauf hin, dass die Holzbaumeister dafür die richtigen Ansprechpartner sind, weil sie individuelle Lösungen aus einer Hand bieten - angefangen vom Entwurf bis hin zur Umsetzung und Fertigstellung.

Genauso gut lassen sich bereits bestehende Bauten nachträglich mit Holz aufwerten. Sei es in Form eines zusätzlichen Wintergartens, eines Carports oder einer Terrassenüberdachung. Speziell in Schulen oder Kindergärten wird dieses Material auch immer öfter eingesetzt. Der Kindergarten Moosburg, welcher auch mit einem Holzbaupreis ausgezeichnet wurde, stellt ein gelungenes Beispiel für eine Neuerrichtung und eine Erweiterung dar, hier wurden mit Holz in kurzer Zeit neue Räumlichkeiten geschaffen. Sogar beim Bau von Brücken verzeichnet Holz einen regelrechten Aufschwung. Denn es ist ebenso standfest wie Beton bzw. in Kombination damit und hat sogar zusätzliche Vorteile im Hinblick auf die Errichtungs- und Erhaltungskosten. Die nicht zu überbietende Widerstandsfähigkeit gegen Tausalze – diese werden in ähnlicher Form als Holzschutz und zur Verlängerung der Lebensdauer eingesetzt – ist ebenfalls ein Vorteil für den Holzeinsatz im Brückenbau.

Bestes Know-how macht den lizenzierten Holzbau-Meister zum Experten für den fachgerechten und optimalen Einsatz des Baustoffes Holz. Er ist derjenige, der mit Fachkompetenz beratend zur Seite steht und von der Planung bis zur Fertigstellung „alles aus einer Hand“ erledigt!

Weitere Informationen: holzbaumeister-kaernten.at

 


Die Klagenfurter Häuslbauermesse 2017 war eine Leistungsschau des Kärntner Handwerks: Lehrlinge machten die Messe zwei Tage lang zur „lebenden Baustelle“. Am Sonntag zeigten angehende Zimmer- und Baumeister ihr Können.

Bereits wenige Minuten nach der offiziellen Eröffnung am 10.2.2017 wurde im Eingangsbereich bereits fleißig gewerkt: Maurer-, Dachdecker-, Zimmerer- und Spengler-Lehrlinge aus ganz Kärnten machten aus dem Messefoyer eine lebende Baustelle. Bis zu zehn Nachwuchs-Fachkräfte waren gleichzeitig am Werk, um das ambitionierte Ziel zu erreichen: Innerhalb von zwei Tagen wollten sie ein komplettes Haus inklusive Dach, Fenster und Türen aufziehen. Viele Besucher ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Sie sahen „live“, wie aus Ziegeln, Holz und Blech ein Haus mit allem Drum und Dran entsteht.

Am Eröffnungstag wurde der Dachstuhl aufgezogen und fleißig an Rundbögen gemauert. Am zweiten Tag ging es bereits an den Feinschliff: Das Dach wurde gedeckt, Fenster und Türen eingebaut, Spenglerarbeiten durchgeführt und schließlich am Abend – wie es Tradition ist – bei der „Dachgleiche“ ein geschmückter Baum am Dachgiebel angebracht.  Am Sonntag, dem letzten Tag der Häuslbauermesse, folgte noch ein weiteres Highlight auf der „lebenden Baustelle“: Sechs angehende Bau- und Zimmermeister zeigten beim Wettzimmern und Wettmauern ihr Können.Mit dieser Leistungsschau wollten die Kärntner Meisterbetriebe  die hervorragende Arbeit ihrer jungen Fachkräfte in den Mittelpunkt stellen – und damit nicht nur Kunden, sondern auch junge Menschen, die ihre Berufswahl noch vor sich haben, für das Handwerk begeistern.

 

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